Biologie des Nerzes

Zentralverband Deutscher Pelztierzüchter e.V.

Der Nerz zählt zu der Familie der Marder oder Musteliden.
Aufgrund anatomischer Unterschiede wird grundsätzlich zwischen dem europäischen Nerz (Mustela lutreola) und dem amerikanischen Nerz (Mustela vison) differenziert.

Gezüchtet wird der amerikanische Nerz oder Mink (Mustela vison). Der europäische Nerz ist so gut wie ausgestorben.

Farmnerze haben kurze Beine, einen langen Hals und Rumpf, ein spitzes Gesicht mit kleinen Ohren.

Ihre Reproduktion findet Anfang bis Ende März statt. In dieser Zeit sind die Tiere in Einzelgehegen. Nach einer gelungenen Kopulation mit induzierter Ovulation werden die befruchteten Eier nicht sofort implantiert. Dies geschieht erst, wenn die Fähe 8-9 Tage später wieder in Ranz gerät und ovuliert. Diese verzögerte Ei-Implantation ist eine Besonderheit der Nerze. Sie führt dazu, dass die Trächtigkeitsperiode von 38 bis 100 Tagen ab der letzten Begattung variiert.

Wurfzeit: Ende April bis Anfang Mai, wobei die Tiere einmal pro Jahr werfen. Die Wurfgröße beträgt 3-7 Junge. Die Geburtsmasse eines Tieres beläuft sich gerade einmal auf 8,4 g bei einer Länge von 7 cm. In den ersten zwei Lebenswochen verdreifacht sich das Gewicht. Die Haut ist blassrosa und nackt. Am 2. und 3. Lebenstag wird die Haut von einem silbrigweißen, schimmernden Haarflaum bedeckt.

Die Nerze werden blind geboren, sie öffnen die Augen nach 28 bis 32 Tagen. Die im April bzw. im Mai geborenen Jungen werden im Alter von 7 bis 8 Wochen entwöhnt. Bei Haltungssystemen, die die Familenhaltung praktizieren, entfällt diese Trennung der Jungen von der Mutter. Damit besteht für die Tiere eine größere Möglichkeit für Sozialkontakte, die die Tiere zum Spielen miteinander nutzen.