SIND PELZTIERE DOMESTIZIERT?

Pelztiere, die auf Farmen, in der Obhut des Menschen gehalten werden, sind domestiziert. Dies kann auf der Grundlage der folgenden wissenschaftlichen Kriterien gezeigt werden.

  1. Diversität in der Farbe des Haarkleides
    Die Diversität in der Farbe des Haarkleides bei Nerzen zeigt sich nur unter günstigen Rahmenbedingungen, die vom Menschen geschaffen werden, wie z.B. bei für das Tier vorteilhaften Umweltbedingungen, die keine Wettbewerber und keine wilden Fleischfresser zulassen, bei denen eine regelmäßige Futterversorgung garantiert ist sowie Wärme und Schutz vor Krankheiten gegeben sind.
    Bei wilden Nerzen ist die Farbe des Haarkleides einheitlich.

  2. Charakteristische, vererbte Veränderung durch genetische Modifikationen
    Das Nervensystem von domestizierten Nerzen ist verändert, der Serotonin-Spiegel ist erhöht (vgl. dazu die Studien, die am Institut für Zytologie und Genetik, Russland, durchgeführt wurden).
    Serotonin wird von den Genen programmiert, die für das Verhalten verantwortlich sind.

    Tiere, die einen Serotonin-Spiegel haben, der höher ist als der, der für einen Standard-Nerz typisch ist, zeigen ein weniger aggressives Verhalten, die Tiere sind freundlicher.

    Von uns ermittelte Werte zeigen, dass die Farbgene des Haarkleides als „Dometikations“-Gene funktionieren.

    Bei Farbphasen-Pelztieren, deren Serotonin-Spiegel erhöht ist, ist auch die Neurochemie des Gehirns eine andere. Aus diesem Grund müssen diese Nerze als eine neue domestizierte Form des gemeinen Standardnerzes betrachtet werden. Allerdings sind Pelztiere, die der freien Wildbahn entnommen und in Zoos gehalten werden, noch immer wilde Tiere. Das liegt daran, dass die Auswirkungen der Domestikation nur a?wls ein Ergebnis der Veränderung des Genotyps über aufeinanderfolgende Generationen im Verlauf der selektiven Zucht in der Obhut des Menschen erreicht werden.

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