Schwimmwasser

Zentralverband Deutscher Pelztierzüchter e.V.

Nach den bislang vorliegenden wissenschaftlichen Untersuchungen zu Schwimm-wasser stimmen die Forscher darin überein, dass der Zugang zu Schwimmwasser kein essentielles Bedürfnis für Farmnerze (Mink) ist (Skovgaard et al. 1997a,1997b; Hansen und Jeppesen 2000a, 2000b; Hansen und Jeppesen 2001a, 2001b; Jeppesen et al.; Hansen 2003; Mononen 2003)

Außerdem wurde wissenschaftlich nachgewiesen, dass Nerze Wasser nicht zur Wärmeregulierung nutzen (Hansen und Jeppesen 2001a).

Schwimmwasser fördert Fellfressen, wobei alle Grannenhaare und ein Teil der Unterwolle am ganzen Körper verloren gehen. (De Jonge 2001). Somit wird die Wärmeregulierung gestört und das Wohlbefinden verschlechtert.

In der Reproduktionsphase führt das Vorhandensein von Bademöglichkeiten zu einer um das Fünffache erhöhten Sterblichkeit der Welpen (Skovgaard et al. 1997a).

Unabhängig von der Jahreszeit erhöht sich bei Zugang zu Schwimm-/ Badewasser die Erkrankungshäufigkeit (ggf. auch die Anzahl der Todesfälle) in erheblichem Maße. (Mießner, H. und Schopp, G. 1932. S. 12-28. Kulbach, W.L. 1961. S. 114. Knox-Seith. B. 1979. S. 25. Damgaard, B. et al. 1997. S. 6.)

Jahrzehntelange Erfahrungen bestätigen dies, vgl. hierzu Kulbach, ”Der Nerz und seine Zucht” (1979): ”Es klingt paradox – aber der Nerz scheut es und liebt es nicht nass zu werden, da sein Balg, vom Wasserdruck an den Körper gepresst, diesen mit einem lufthaltigen Mantel umgibt, so dass die Haut trocken bleibt. Wieder auf trockenem Boden gelandet, schütteln die Tiere das noch anhaftende Wasser vom Fell und rasch verdunsten auch infolge der Körperwärme die letzten Reste von Feuchtigkeit. Regentropfen, die durch das Fell bis zur Haut durchschlagen oder Streifzüge durch regen- oder taunasses Gras können aber doch zu einer Durchnässung führen. Der Nerz sucht solche zu vermeiden, da er, besonders wenn eine Verkühlung hinzukommt, zur Lungenentzündung neigt. Es ist daher auch im Zuchtbetrieb vor nasskalten Einflüssen zu schützen. Man ist deshalb meist davon abgekommen, den Tieren, wie man dies früher einmal für nötig hielt, in den Gehegen eine Bademöglichkeit zu gönnen.”

Nerze vertragen die Nässe nicht. Die Nässe zerstört die isolierende Wirkung des wärmenden Strohs im Nestkasten der Tiere. Das haben erste, noch unveröffentlichte Versuche von Mohaibes und Mononen mit Schwimmbecken in kalter Umgebung eindeutig ergeben. Beim Einsetzen des Frostes fischen viele Farmerze kleine Eisbrocken aus dem Badewasser und transportieren diese in den Nestkasten. Zurück bleiben schmutzige und frierende Tiere und eine deutliche Beeinträchtigung des Wohlbefindens.

Die organischen Rückstände im Wasser bringen schwerwiegende Risiken für die Gesundheit der Tiere mit sich (Wenzel und Berestov). ”Die Kozidiose wird durch hygienische Maßnahmen bekämpft. Die Entwicklung reifer Kokzidien kann man durch Trockenhalten von Gehegen und Kästen vorbeugen, so dass die Welpen die Kokzidien nicht aufnehmen können.” (Knox-Seith)

Die Beseitigung des kontaminierten Wassers bleibt nicht ohne Auswirkungen auf das ökologische Gleichgewicht der Umgebung.

Wilde Nerze halten sich gerne in der Nähe des Wassers auf, weil sie am Gewässer ziemlich leicht an ihre Beute kommen.

Es gibt jedoch eine große Menge wilder Nerze, die auf andere Art von Nahrung angewiesen sind, entweder weil sie sich weit entfernt von Gewässern befinden oder weil das im Winter bis zu sieben Monate lang zugefrorene Wasser eine Nutzung zum Beutefang unmöglich macht.

Selbst bei Wildpopulationen, die in der Nähe von Wasser leben, fand man im Mageninhalt zu großen Teilen Anteile von Nagern (Wühlmäusen, Bisamratten), Kaninchen, Maulwürfen, Insekten und Pflanzen.

Wahlversuche haben gezeigt, dass Farmnerze Schwimmwasser, wenn es in Gehegen zur Verfügung gestellt wird, nur anfänglich und zögerlich aufsuchen. Haben die Tiere festgestellt, dass sie keine Nahrung darin finden, wird das Wasser gemieden.

Anatomisch sind Wildnerze schlecht fürs Schwimmen ausgestattet (Wissen-schaftsbericht der EU-Kommission, Nigel Dunstone 1993). Die dem Nerz unterstellten Schwimmhäute sind lediglich an den Hinterpfoten geringfügig ausgeprägt (vgl. beigelegte eigene Aufnahme). Nigel Dunstone op. cit.: ”...seine Pfoten sind nahezu ohne Schwimmhäute ...”, - ”... sie sind eher zur Fortbewegung auf dem Land als unter dem Wasser geschaffen”.

Bei jeder Hunderasse findet man Häute zwischen den Zehen, die im prozentualen Verhältnis gleich groß oder größer als bei Nerzen sind.