Mit dem Pelztierzüchter durch das Jahr.

Zentralverband Deutscher Pelztierzüchter e.V.



Mit dem Pelztierzüchter durch das Jahr.

Die Pelztierhaltung ist eine sehr spezialisierte landwirtschaftliche Tätigkeit. Um ein guter Züchter zu werden, muss man gut ausgebildet und trainiert sein. Um ein guter Züchter zu bleiben, muss man sich hinsichtlich der neuesten Entwicklungen stets auf dem laufenden halten. Die europäischen Pelztierzüchter sind stolz auf ihren Beruf, ihre Tiere und ihre Farmen und sie begrüßen jeden, der sich für ihre Farmen interessiert.

Ein Wurf pro Jahr.
Die Arbeit eines Pelztierzüchters folgt dem natürlichen Lebenszyklus des Tieres. Sowohl Mink als auch Fuchs werfen einmal im Jahr. Der Mink hat eine kurze Paarungsphase im März. Die nachfolgende Phase der Trächtigkeit dauert ungefähr 52 Tage. Die Verpaarung geschieht auf ganz natürliche Weise. Für den Züchter ist diese Phase sehr arbeitsintensiv. Die Welpen werden zwischen Ende April und Anfang Mai geboren. Die Paarungszeit der Füchse erstreckt sich von Januar bis April. Füchse sind 7 Wochen trächtig. Alle Welpen werden gegen mögliche Erkrankungen, wie z.B. Botulismus, Staupe und Entritis, geimpft.

Täglich frisches Futter
Sowohl Mink als auch Fuchs sind Fleischfresser. Ihr Futter besteht hauptsächlich aus Fisch- und Geflügelnebenprodukten, die für den menschlichen Verzehr ungeeignet sind. Jedes Jahr verbrauchen auf Farmen gehaltene Pelztiere 1.200.000 Tonnen tierischer Nebenprodukte, die sonst teuer zu Lasten des Steuerzahlers entsorgt werden müssten. Diese Zutaten werden in Futterküchen verarbeitet und mit speziellen Futtergetreidesorten, Fetten, Vitaminen und Mineralien angereichert. Sie werden jeden Tag frisch geliefert. Abhängig von der Jahreszeit und den Bedürfnissen der Tiere wird das frische Futter entweder einmal oder mehrmals am Tag verabreicht. Eine ausgeglichene Zusammensetzung des Futters gewährleistet gesunde Tiere, gute Zuchtbedingungen und eine ausgezeichnete Entwicklung der Welpen.

Tägliche Kontrollen
Der Pelztierzüchter kontrolliert seine Tiere jeden Tag, um sicherzustellen, dass es keine Probleme gibt und um gegebenenfalls die Hilfe eines Tierarztes zu beanspruchen. Ein guter Züchter braucht ein ausgezeichnetes Wissen über die Pelztiere und ist vertraut mit deren Verhalten.

Selektion für die Zucht
Im November selektiert der Pelztierzüchter weibliche und männliche Tiere für die Zucht. Das ist sehr wichtig. Die Auswahl geschieht sowohl auf der Basis von Kriterien zum Wohlergehen der Tiere (wie z.B. Zutraulichkeit als auch die Zahl der Welpen und Qualität des Fells). Die Selektion nach zutraulichen Tieren über viele Generationen hat zu zahmen Populationen gezüchteter Pelztiere geführt, die ein sehr neugieriges Verhalten Menschen gegenüber zeigen und sich damit vom eher ängstlichen Verhalten ihrer wilden Vorfahren abgrenzen. Der Rest des Bestandes, der zur Wirtschaftlichkeit des Betriebes beitragen muss, wird schnell und schmerzlos innerhalb von Sekunden eingeschläfert. Das macht der Züchter mit dem entsprechenden Sachkundenachweis selbst auf der Farm und vermeidet damit den Stress, der bei Transporten entsteht. Die Tiere gehen übergangslos und ohne Schmerzen und Leiden vom Leben in den Tod.

Auktionshäuser
Nach der Trocknung gehen die Felle zu einem der Auktionshäuser zum Verkauf. Die Auktionshäuser spielen eine wichtige Rolle bei der Gradierung der Felle in eine Vielzahl von Qualitäten und Farben. Jedes Fell wird digital kodiert und landet in Bündeln mit anderen Fellen der gleichen Eigenschaften. Jedes Bündel kann Felle verschiedener Farmen und Länder beinhalten. Die Bündel werden dem Meistbietenden verkauft und gehen an Käufer aus aller Welt. Die Auktionshäuser führen jedes Jahr mehrere Auktionen durch und die Auktionsrunden beginnen jedes Jahr nach der Selektion im November. Zwischenzeitlich haben die Pelztierzüchter einen neuen Jahreszyklus begonnen, ohne dass sie wissen, wie hoch die Früchte ihrer Arbeit aus dem letzten Jahr sein werden.

Ein arbeitsreiches Jahr
Nach der Selektion hat der Pelztierzüchter nur eine kurze Phase zur Reinigung und Desinfektion der Farm vor der nächsten Zuchtsaison. Dies ist auch die Zeit, in der notwendige Reparaturen und Instandsetzungsarbeiten durchgeführt werden. Die Pelztierzucht beansprucht 365 Tage im Jahr, und die Tiere verlangen eine tägliche Pflege. Für die meisten Züchter ist es genau dieser tägliche Kontakt mit ihren Tieren, der ihnen bei dieser Arbeit besonders gefällt.

Klicken Sie sich doch einmal auf die Website des europäischen Züchterverbandes unter http://www.efba.com, Animal Care, um sich eine Farm anzusehen und den Züchtern zuzuhören, die über ihre Arbeit sprechen. Wenn Sie eine Farm besichtigen möchten, kontaktieren Sie den Züchterverband in Ihrem Land. Eine Adressliste mit Telefonnummern finden Sie in dieser Broschüre oder auf http://www.efba.com/aboutus.htm, About us.

Zurück zu Europäische Pelztierhaltung