Wohlergehen & Pflege der Tiere

Zentralverband Deutscher Pelztierzüchter e.V.



Wohlergehen & Pflege der Tiere

Gemeinsam mit allen Farmern haben die Pelztierzüchter ein natürliches Interesse am Wohlergehen ihrer Tiere. Um ein gutes Endprodukt zu erhalten, müssen die Tiere gesund sein und gut gepflegt werden. Heutzutage gibt es ein größeres Bewusstsein für das Wohlergehen der Tiere in unserer Gesellschaft und die europäischen Pelztierzüchter anerkennen und unterstützen diese Entwicklung. Das Wohlergehen eines auf einer Pelzfarm gut gehaltenen Tieres spiegelt sich in seiner guten Gesundheit, seiner hohen Reproduktionszahl, Körpergröße, seinem glänzenden Fell und dem natürlich, neugierigen Verhalten wider. Diese Fakten sind durch wissenschaftliche Untersuchungen belegt.

Auf Farmen gehaltene Pelztiere sind keine wilden Tiere
Pelztieren werden seit nahezu 120 Generationen auf Farmen gehalten, sie sind einen langen Weg in Richtung Domestikation gegangen. Sie unterscheiden sich von ihren wilden Vorfahren in vielerlei Hinsicht, wie z.B. Größe des Gehirns, Verhalten dem Menschen gegenüber und Reproduktion.

Die Pelztiere genießen gute Haltungsbedingungen
Die Pelztiere genießen gute Haltungsbedingungen (Gehege, Nestkästen mit Stroh, Ruheflächen und eine vielseitig, interessante Umgebung). Die gegenwärtigen Haltungssysteme sind sowohl durch unabhängige wissenschaftliche Forschungsarbeiten und die eigene praktische Erfahrung der Pelztierzüchter entwickelt worden, um den Bedürfnissen der Tiere zu entsprechen. Ein jüngst entwickeltes Haltungssystem verbindet einzelne Gehege miteinander, so dass die Tiere in größeren Gruppen leben können (Familiengehege) und sich von einem Gehege in das andere bewegen können. Laufende Forschungsarbeiten zeigen, dass es nicht die Größe des Geheges ist, auf die es ankommt, sondern die Vielfalt der Umgebung, wie z.B. Stroh, Liegeflächen, Nestkästen, Spielgegenstände und die Gesellschaft anderer Tiere.

Pelztiere sind gesunde Tiere
Auf Farmen gehaltene Tiere sind in guter gesundheitlicher Verfassung. Das ist ein wichtiger Indikator für ein umfassendes Wohlergehen der Tiere.

Natürlicher Lebenszyklus: ein Wurf pro Jahr
Auf Farmen gehaltene Pelztiere werden in Harmonie mit ihrem natürlichen Jahres-Lebens-Zyklus gezüchtet. Es gibt dabei keine Störung des Menschen weder hinsichtlich der Erhöhung der Wurfgröße noch der Unterbrechung der natürlichen Verhaltensmuster der Tiere. Keine Hormone oder anderen unnatürlichen Produkte werden eingesetzt, um die Produktion auf Pelzfarmen zu beeinflussen. Auf Initiative der EFBA wurde in der Empfehlung des Europarates hinsichtlich der Pelztiere ein Verbot zur routinemäßigen Verabreichung von Medikamenten sowie von wachstumsfördernden Substanzen aufgenommen.

Auf Pelzfarmen gehaltene Pelztiere haben höhere Reproduktionszahlen
Der durchschnittliche Wurf auf Pelzfarmen ist doppelt so hoch wie in der freien Wildbahn. Gute Reproduktionszahlen sind ein wichtiger Indikator für ein allgemeines Wohlergehen der Tiere.

Die Pflege der Tiere umfasst Impfungen und regelmäßige Kontrollen
Pelztiere werden gegen vorkommende Krankheiten geimpft. Die Pelztierhaltung ist eine arbeitsintensive Tätigkeit, die viel Wissen verlangt. Alle Tiere werden täglich kontrolliert, um sicherzustellen, dass keine Gesundheits- oder anderen Probleme auftauchen, die tierärztliche Hilfe erforderlich machen.

Pelztiere ganz vorne
Es war immer der Ehrgeiz des europäischen Züchterverbandes sowie der europäischen Züchter, an der Spitze der Forschung zum Wohlergehen der Tiere zu stehen und diese Erkenntnisse entsprechend umzusetzen. Um dies zu überprüfen und um von anderen Tierhaltungen zu lernen, wurde 1999 von Professor B.M. Spruijt an der Universität von Utrecht eine vergleichende Studie zum Wohlergehen von Tieren durchgeführt. Die wichtigste Schlussfolgerung dieses Vergleichs zeigt, dass Zahl und Ausmaß der Indikatoren, die auf ein schlechtes Wohlergehen eines einzelnen Tieres hinweisen bei auf Pelzfarmen gehaltenen Tieren im Vergleich zu anderen gehaltenen Spezies sehr niedrig ist.

Was sagen Wissenschaftler

Dr. Einar Einarsson:
Ehemaliger Präsident der ´International Fur Animal Scientist Association´:
”Diese Tiere sind in keinster Weise wilde Tiere. Es sind auf Farmen gehaltene Tiere und sie werden seit vielen Generationen gezüchtet. Wie Vieh und Schweine, die auch einmal wild waren, sind sie jetzt domestiziert.”

Dr. Stehen Moller:
Führender Wissenschaftler, Abteilung Tiergesundheit & Wohlergehen, Agrarwissenschaften:
”Der Mink ist ein natürlicherweise neugieriges Tier. Er ist wissbegierig und verspielt, und wenn jemand auf eine Farm kommt, streckt er seinen Kopf hoch, um zu sehen, was passiert. Das derzeitige Haltungssystem besteht aus einem Gehege und einem Nestkasten, in dem der Mink schlafen kann. Im allgemeinen sind die Tiere gut versorgt. Ich würde sagen, dass der Mink domestiziert ist hinsichtlich der meisten Bedeutungen des Wortes.”

Dr. Teppo Rekilä:
Führender Wissenschaftler, MTT Agrifood Research, Finnland:
”Die Rolle des Pelztierzüchters hinsichtlich des Wohlergehens der Füchse ist noch wichtiger als die physische Umgebung, in der Füchse leben, Es ist wichtig, dass der Züchter den Charakter der Füchse kennt, weil Füchse, genau wie andere Tiere auch, in ihrem Verhalten zeigen, wie sie sich fühlen. Das derzeitige Haltungssystem entspricht ganz gut den Bedürfnissen der Füchse. In der jüngsten Vergangenheit haben die Züchter in Übereinstimmung mit den Ergebnissen von Untersuchungen zum Wohlergehen der Tiere die Umgebung mit Liegeflächen und Kauobjekten ausgestattet.”

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